24. November 2021

Ich habe es ehrenamtlich gemacht, weil ich unabhängig sein wollte

Titelbild Zusammen haben wir eine Chance

Liebe Nadiye, du hast gemeinsam mit einem kleinen Kreis von anderen Frauen of Color einen Dokumentarfilm erstellt, der sich migrantischen und antirassistischen sozialen Bewegungen seit dem Mauerfall bis heute widmet. Wie war der Arbeitsprozess und wie lang hat die Arbeit an «Zusammen haben wir eine Chance» gedauert?

Wir hatten mit der Dokumentarfilmidee die Absicht, antirassistische soziale Bewegungen von Rassismusbetroffenen festzuhalten, da diese Kämpfe nicht Teil der weiß-deutsch zentrierten Narrative zur Protestgeschichte in Deutschland sind. Wir sind keine professionellen Filmemacherinnen und hatten auch keine Ausstattung – geschweige denn einen Schnittplatz für die Postproduktion. Wir sind aber der Meinung, dass Film als populäres Medium für Empowerment und für das Erreichen vieler Schwarzer und migrantischer Aktiver und Aktiver of Color am geeignetsten ist. Weiterlesen …

22. November 2021

Ehrenamt stärkt weiß-deutsche Institutionen

Portraitfoto von Tanja Gangarova

Von Tanja Gangarova

Ich arbeite seit vielen Jahren im Kontext der Gesundheitsförderung und -versorgung und habe mit Ehrenamt auf zwei Ebenen zu tun. Zum einen auf der Ebene der sogenannten «Zielgruppen» – meist strukturell benachteiligte und/oder rassifizierte Communitys, die von deutschen Nichtregierungs- (NGOs) und Regierungsorganisationen (GOs) ehrenamtlich in die Arbeit einbezogen werden. Zum anderen auf der Ebene der Parallelstrukturen der medizinischen Versorgung – wie zum Beispiel MediNetze – wo ehrenamtliche Leistungen von Ärzt_innen erbracht werden. Die MediNetze sind entstanden, um die medizinische Versorgung von Menschen aufzufangen, deren Recht auf Gesundheit in Deutschland verweigert wird. Sie vermitteln anonym und kostenlos medizinische Hilfe für Migrant_innen ohne geregelten Aufenthaltsstatus.

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19. November 2021

Luxus mit Herzblut

Titelbild Melike Yıldız - Luxus mit Herzblut

von Melike

Seit über 17 Jahren engagiere ich mich ehrenamtlich in verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen (NGO) und staatlichen Projekten und Organisationen (GO). Ich habe dabei sehr unterschiedliche Erfahrungen gesammelt, aber auch sehr gemischte Gefühle gehabt.

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17. November 2021

Engagement und Aktivismus – und die Frage nach dem Warum

Natalia Loinaz

von Natalia Amina Loinaz

Berlin ist Freiwilligenhauptstadt 2021. Meine Stadt, in der ich seit 1990 lebe und mich engagiere – immer wieder anders und auf verschiedenen Ebenen. In diesem Jahr, 2021, habe ich die Berliner Ehrung des Freiwilligenpasses erhalten, nach meinem 15–jährigen Engagement in meiner muslimischen Gemeinde. Zu den Gründen für mein Engagement und meinen Aktivismus habe ich mir einige Gedanken gemacht und ein paar Thesen aufgestellt, warum ich mich und viele andere sich engagieren. Dieser kleine Einblick in meine persönliche Motivation für mein Engagement und meinen Aktivismus soll Rückschlüsse auf allgemeingültige Motivationen ermöglichen. Die Motivationen von engagierten Menschen sind aber natürlich sehr individuell und komplex.

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29. Oktober 2021

Identitätsklärung & Arbeitsverbote

Politische Forderungen anlässlich der KOA-Verhandlung Berlin 2021

Für zahlreiche geflüchtete Menschen in Berlin hat das Landesamt für Einwanderung ein Beschäftigungsverbot verfügt und somit den Zugang zu Arbeit, einer (betrieblichen) Ausbildung und diversen Praktika versperrt. Betroffen sind: Asylsuchende, die in eine Aufnahmeeinrichtung eingewiesen wurden; Asylsuchende und Geduldete aus einem sogenannten sicheren Herkunftsland; sowie Geduldete, denen vorgeworfen wird, nicht ausreichend an der Passbeschaffung mitzuwirken und so bewusst ihre eigene Abschiebung zu verhindern. Betroffen sind auch Geflüchtete, die bereits seit vielen Jahren geduldet in Berlin leben.

Wir sind der Ansicht, dass Arbeits- und Ausbildungsverbote als Sanktion ungeeignet sind, da sie soziale und ökonomische Teilhabe und Integration verhindern. Das Recht auf Arbeit und Bildung ist ein Menschenrecht, das nicht aus migrationspolitischen Erwägungen verwehrt werden darf. Arbeits- und Ausbildungsverbote und die Duldung light nach § 60b AufenthG verschärfen zudem das Problem der Kettenduldung und der Langzeitgeduldeten. Sie erschweren bzw. verhindern die Legalisierung des Aufenthalts in Form eines humanitären Bleiberechts nach §§ 25a, 25b und 23a AufenthG. Dies liegt weder im individuellen noch im öffentlichen Interesse.

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