Jin, Jiyan, Azadî – Frau, Leben, Freiheit ist unteilbar

Jin, Jiyan, Azadî – Frau, Leben, Freiheit ist unteilbar Pressemitteilung, Berlin den 8. März 2026 – Internationaler Feministischer Kampftag Der Internationale Feministische Kampftag ist kein symbolischer Feiertag, sondern ein Tag des Widerstands. Wir gedenken der Kämpfe von Frauen und queeren Menschen gegen patriarchale Gewalt und staatliche Repression weltweit und wir stehen in Solidarität mit denjenigen, die unter massiven…

Jin, Jiyan, Azadî – Frau, Leben, Freiheit ist unteilbar

Pressemitteilung, Berlin den 8. März 2026 – Internationaler Feministischer Kampftag

Der Internationale Feministische Kampftag ist kein symbolischer Feiertag, sondern ein Tag des Widerstands. Wir gedenken der Kämpfe von Frauen und queeren Menschen gegen patriarchale Gewalt und staatliche Repression weltweit und wir stehen in Solidarität mit denjenigen, die unter massiven Risiken für Freiheit und Selbstbestimmung kämpfen.

Ein politisches Versprechen, kein bloßer Slogan

Jin, Jiyan, Azadî ist kein Slogan, sondern ein politisches Versprechen. Es ist der Ruf der Frauen in Kurdistan und im Iran, die sich gegen staatliche Gewalt, patriarchale Kontrolle und autoritäre Regime erheben. Es ist ein Ruf, der Leben gekostet hat. Und es ist ein Ruf, der auch hier in Deutschland immer wieder kriminalisiert wird.“ – so Tuğba Tanyılmaz (Co-Geschäftsführung, Migrationsrat Berlin e.V.)

Der Slogan steht für einen universellen Anspruch: Freiheit, die nicht selektiv gewährt wird. Er verbindet Kämpfe über Grenzen hinweg gegen Unterdrückung, Militarisierung und politische Verfolgung.

Feministische Politik kennt keine Doppelstandards

Während die Bundesregierung feministische Außenpolitik beschwört, erleben wir innenpolitisch widersprüchliche Entwicklungen. Demonstrationen werden eingeschränkt oder verboten. Palästinensische, kurdische und migrantische Stimmen geraten unter Generalverdacht. Polizeigewalt gegen Demonstrierende wird relativiert oder bleibt folgenlos. Feministische Solidarität darf nicht selektiv sein und endet nicht an Staatsgrenzen oder geopolitischen Interessen. 

Rechtsruck und Instrumentalisierung von Frauenrechten

Gleichzeitig erleben wir einen massiven gesellschaftlichen Rechtsruck. Antifeministische und queerfeindliche Positionen gewinnen an Raum. Besonders besorgniserregend ist die Instrumentalisierung von Frauenrechten, um rassistische Politik zu legitimieren. Migration wird pauschal zum Sicherheitsproblem erklärt, während strukturelle Gewalt gegen Frauen, trans*, nicht-binäre und inter Personen verharmlost oder unsichtbar gemacht wird.

Berliner Realität: Kürzungen und Symbolpolitik

Auch in Berlin verschärft sich diese Entwicklung. Mittel für Gewaltschutz, Frauenhäuser und Beratungsstrukturen stehen unter Druck oder werden gekürzt. Queere Bildungsarbeit verliert Förderung. Projekte der sexuellen Bildung stehen unter Druck. Migrantische Selbstorganisationen und Partizipationsprogramme werden finanziell ausgedünnt.

„Wer im selben Atemzug von Gleichstellung spricht und dabei Schutz- und Beratungsstrukturen abbaut, verhöhnt all diejenigen, die täglich gegen strukturelle Gewalt und Diskriminierung kämpfen. Feministische Politik braucht Ressourcen und keine symbolpolitischen Täuschungsmanöver“, so Ed Greve (Referent für Antidiskriminierung, Migrationsrat Berlin e.V.)

Unsere Forderung: 8. März als bundesweiter Feiertag

Wir fordern die Einführung eines bundesweiten Feiertags am 8. März. Nicht als dekorative Geste, sondern als klares politisches Signal. Feministische Kämpfe sind demokratische Kämpfe. Sie richten sich gegen Rassismus, Antisemitismus, Klassismus und Ableismus. Sie sind Kämpfe gegen Krieg, Unterdrückung und staatliche Repression.

Unsere Haltung bleibt klar

Jin, Jiyan, Azadî bedeutet, dass Freiheit nicht teilbar ist. 

Sie gilt für Frauen im Iran. 

Für Kurd*innen in der Türkei, in Syrien, im Irak und weltweit. 

Für queere Menschen überall. 

Und für alle, die auch hier in Berlin gegen Rassismus, Antisemitismus und autoritäre Politik aufstehen.

Wir gedenken, derjenigen, die für diese Freiheit ihr Leben verloren haben.
Wir widersprechen antifeministischen, rassistischen und repressiven Entwicklungen.
Wir organisieren uns solidarisch und entschlossen.

Feminismus bleibt widerständig.

Kontakt für Rückfragen & Interviews:

Tuğba Tanyılmaz
Tugba.Tanyilmaz[at]migrationsrat.de