Am 20. September 2026 wird in Berlin gewählt. Doch noch immer sind viele Berliner*innen vom Wahlrecht ausgeschlossen – obwohl sie hier leben, arbeiten, ihre Kinder großziehen und unmittelbar von politischen Entscheidungen betroffen sind.
Deshalb haben wir gemeinsam mit den Bündnissen „PASSt und allen“ und „Sonntag Spätitag“ am 9. und 16. August 2026 in 10 Spätis in 8 Bezirken eine symbolische Wahl für Berliner*innen ohne deutschen Pass organisiert
Und das Ergebnis? 159 Menschen ohne deutschen Pass haben an der Symbolwahl teilgenommen. Auch unsere zweite Abstimmung war deutlich: 329 Berliner*innen stimmten über ein Wahlrecht für Menschen ohne deutschen Pass nach drei Jahren Wohnsitz in Berlin ab. Auf Stadtstaat-Ebene lag die Zustimmung bei 94,8 %.
Mitmachen konnte jede*r, der oder die vorbeikam – direkt auf der Straße vor den Spätis.
Ihre Stimmen zeigen vor allem eines: Der Wunsch nach politischer Mitbestimmung ist groß. Und die Gespräche an den Spätis haben sichtbar gemacht, was sonst oft unsichtbar bleibt.
Eine Frau, die seit 30 Jahren in Berlin lebt, hat bei unserer Aktion zum ersten Mal gewählt:
„Wer sich hier an die Regeln halten muss, muss auch über diese mitbestimmen können.“
Eine andere Person, die seit 37 Jahren in Deutschland lebt, sagte:
„Jeder Mensch, der in dieser Stadt wohnt, von den Entscheidungen betroffen ist, die von Politikerinnen und Politikern gefällt werden – dementsprechend sollen wir auch mitreden dürfen.“
Und jemand brachte es so auf den Punkt:
„Meine ganze Familie darf hier nicht wählen, wir sind hier geboren!“
Denn obwohl viele Berliner*innen ohne deutschen Pass seit Jahrzehnten hier leben, dürfen sie bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus nicht mitentscheiden.
Und noch ein Ergebnis war eindeutig: 277 von 291 Menschen sagen: SONNTAG SPÄTITAG!
Damit stimmten sie für eine Legalisierung der Sonn- und Feiertagsöffnung von Spätis in Berlin.
Warum Späti? Weil hier Nachbarschaft gelebt wird. Menschen kommen zusammen, tauschen sich aus, diskutieren und sind Teil ihres Kiezes. Spätis sind kleine Demokratieorte.
Unsere Symbolwahl hat gezeigt, wie wichtig es ist, über Wahlrecht und politische Teilhabe zu sprechen. Viele Menschen wissen gar nicht, wie viele ihrer Nachbar*innen nicht wählen dürfen – gleichzeitig ist der Wunsch nach Mitbestimmung bei den Betroffenen groß.
Aber sie macht sichtbar, dass das Wahlrecht für alle ist! Sie gibt Menschen eine Stimme, die bei regulären Wahlen keine haben.
Unsere Botschaft bleibt deshalb klar:
Wahlrecht für alle, die in Deutschland ihren Lebensmittelpunkt haben!
Danke an alle, die mitgemacht, diskutiert, abgestimmt und ihre Stimme erhoben haben.