Pressemitteilung
Berlin, den 25.02.2026
Berlin Monitor zeigt: Das Land Berlin muss strategisch gegen Diskriminierung vorgehen und Ressourcen dafür in die Hand nehmen.
Mehr und mehr Berliner*innen vertreten immer explizitere und gewaltvollere rassistische, antifeministische, autoritäre und faschistische Einstellungen und stehen dazu – nicht nur in anonymen Umfragen.
Das Land Berlin braucht eine Antidiskriminierungsstrategie: Stärkung von Betroffenen in der Einforderung ihrer Rechte und ihrem zivilgesellschaftlichem Engagement, verbindliche Regeln für Behörden, regelmäßige Qualifizierung für Fachkräfte – um nur einige Beispiele zu nennen. Berlin muss in seine Antidiskriminierungsstrukturen endlich umfangreich investieren.
Überrascht von den Umfrageergebnissen sind wir nicht: Knapp die Hälfte der Berliner Bevölkerung unterstellt Sinti*zze und Rom*nja, ihre bloße Anwesenheit „führe zu Konflikten“; jede*r fünfte Berliner*in hält Transgeschlechtlichkeit für eine Gefahr „für die gesellschaftliche Ordnung“. In unterschiedlichem Wortlaut enthält der Berlin Monitor zahlreiche solcher expliziten Bekenntnisse: Sie sind rassistisch, antifeministisch, antisemitisch, autoritär, faschistisch. Rechte Netzwerke in Politik und Gesellschaft treiben diese Entwicklungen aktiv voran.
„Es ist weder viertel vor zwölf noch fünf vor zwölf. Jedes Jahr aufs Neue entsetzt auf Studien zu schauen, deren Ergebnisse höchstens die Frage aufwerfen, ob es nun 12:32 oder 12:34 Uhr ist, bringt uns nicht weiter“ so Ed Greve (Referent für Antidiskriminierung).
