Donnerstag, der 1. Dezember 2011

Institutioneller Rassismus

Die rassistische Mordserie von 2000 bis 2007 durch den „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU), die Verstrickungen der Sicherheitsbehörden, die Ermittlungen gegen die
Opfer und ihrer Angehörigen, die mediale Entmenschlichung und Kriminalisierung von Migrant_innen und People of Color zeigen deutlich: Es gibt viel zu tun, was schon längst
hätte getan werden müssen!

Seit 2007 steht in Berlin der Landesaktionsplan gegen Rassismus und ethnische Diskriminierung (LAPgR) auf der politischen Agenda. Dabei stellen sich immer wieder dieselben zwei Fragen „Was ist institutioneller Rassismus?“ und „Was muss dagegen getan werden?“.

Die Beantwortung dieser Fragen ist nicht einfach und unterliegt immer wieder politischen Aushandlungs- und Entscheidungsprozessen. In der Zusammenarbeit der Zivilgesellschaft und den Berliner Senatsverwaltungen zeigt sich dabei eine große Diskrepanz in der Auffassung darüber, was unter institutionellem Rassismus zu verstehen ist und welcher Handlungsbedarf besteht. Dementsprechend enthält der am 15.03.2011 vom Berliner Senat verabschiedete LAPgR nur einen geringen Bruchteil der zivilgesellschaftlichen Empfehlungen.

Die vorliegende Broschüre ist als ein Plädoyer für entschiedenes Handeln gegen institutionellen Rassismus in Deutschland und Berlin zu verstehen. Sie zeigt Beispiele rassistischer Ausgrenzungen, Benachteiligungen und Herabsetzungen in gesellschaftlich relevanten Einrichtungen auf und analysiert, wie diese ausgehandelt und verwaltet werden.