Der Migrationsrat Berlin e.V. und bridge – Berliner Netzwerke für Bleiberecht haben gemeinsam eine zweitägige Online-Fortbildung durchgeführt. Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sahen sich viele Einrichtungen gezwungen, ihr Beratungsangebot  auf digitale Medien umzustellen.

Die damit einhergehenden Herausforderungen sind vielfältig und werfen Fragen auf, wie etwa:

  • Welche Kommunikationsmedien bevorzugen die Ratsuchenden bzw. welche können sie nutzen?

  • Welche datenschutzrechtlichen Vorgaben müssen bei mediengestützten Beratungen berücksichtigt werden?

  • Soll bzw. kann die Beratung schriftlich erfolgen?

  • Ist die vertrauensvolle persönliche Beziehung voraussetzend für die Beratung oder die gegenseitige Anonymität?

Modul 1: Schriftliche mediengestützte Beratungen

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Was muss bei mediengestützter Beratung beachtet werden? Basierend auf den Erfahrungen und Forschungsarbeiten von Minor – Projektkontor für Bildung und Forschung gemeinnützige GmbH der Projekte „Neu in Berlin Plus“ und Migrationsberatung 4.0“ gab der Referent

  • einen Bericht über die Bedarfe und das Informationsverhalten von Neuzugewanderten in den digitalen schriftlichen Medien und stellte
  • eine Übersicht über die verschiedenen Kommunikationsmedien wie Chat und Messenger vor. Darüber hinaus gab es
  • eine Anleitung zu textbasierter, teilweise automatisierter Beratung sowie
  • eine Darstellung über Expert*innen-geleitete Selbsthilfe sowie Nicht-Expert*innen-geleitete Selbsthilfeprogramme

Die Umfragen verdeutlichen, dass die Nutzung der verschiedenen schriftlichen digitalen Medien insbesondere während der Corona-Pandemie gestiegen ist. Die interessanten Forschungsergebnisse und die daraus resultierenden Implikationen für Beratungsanbieter*innen finden sich in der PowerPoint-Präsentation (Seite 3 – 15).

Für mediengestützte Beratungen stehen sehr vielfältige Kommunikationsmedien zur Verfügung. Eine nützliche Übersicht über die verschiedenen schriftlichen Kommunikationsmedien, mögliche Zielgruppen und die daraus resultierenden Datenschutzbestimmungen sind auf der Seite 19 dargestellt. Für die Entwicklung eines Konzeptes für mediengestützte Beratungen sind die Leitfragen auf der Seite 25 sehr hilfreich.

Eine Anleitung zum Vorgehen zu textbasierter, teilweise automatisierter Beratung sowie über Expert*innen-geleitete und von Nicht-Expert*innen geleitete Selbsthilfeprogramme finden sich unter „Vorgehen in verschiedenen Beratungssettings“ (Seite 26 – 30). Die Präsentation endet mit Literaturempfehlungen für weiterführende Informationen (Seite 31).

Angesichts der vielen Möglichkeiten stellt sich die Frage wie Qualität und Vertraulichkeit der Beratungenen gewährleistet werden können?

Modul 2: Juristische Rahmenbedingungen

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Die Referentin von Minor – Projektkontor für Bildung und Forschung gemeinnützige GmbH gab eine juristische Einführung

  • zu den datenschutzrechtlichen Verordnungen im Allgemeinen und am Beispiel der Sozialen Medien,

  • das Rechtsdienstleistungsgesetz und Internetethik.

Die juristischen Voraussetzungen und Hinweise sind in ihrer PowerPoint-Präsentation auch exemplarisch mit praktischen Übungen dargestellt und sehr lesenswert.

Modul 3: Digitale Kommunikation im Beratungssetting mit Schwerpunkt auf Videoberatung

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Die Referentin Birgit Dorninger-Bergner stellte

  • die Vor- und Nachteile verschiedener Kommunikationskanäle,
  • die Rahmenbedingungen Beratungssettings in Videokonferenzen,
  • Leitfragen zu Videokonferenztools und datenschutzrechtlichen Vorgaben sowie
  • verschiedene digitale Tools und Methoden vor

und plante Zeit für Reflexion und Erfahrungsaustausch in Kleingruppen ein.

Eine Übersicht der verschiedenen Kommunikationskanäle, hilfreiche Hinweise zu Möglichkeiten und Grenzen der verschiedenen Kommunikationskanäle in Beratungssettings und ein Fragenkatalog für die Medienwahl finden sich im ersten Teil ihrer PowerPoint-Präsentation.

Beratungen per Videokonferenz bieten derzeit den besten Ersatz für persönliche Beratungen. Allerdings erfüllen nicht alle Videokonferenztools die datenschutzrechtlichen Anforderungen. Die Leitfragen zu Videokonferenztools, die Vorstellung von verschiedenen digitalen Tools und Methoden finden sich in der zweiten Hälfte PowerPoint-Präsentation.

Modul 4: Erfahrungsaustausch & Reflexion

Die Fragen für den Erfahrungsaustausch und die Reflexion der Teilnehmenden über mediengestützte Beratungen sind am Ende der Präsentation dargestellt. Die zusammenfassenden Stichpunkte der Ergebnisse von den beiden Kleingruppen finden sich hier.

Empfehlenswert ist auch die Literatur zur Onlineberatung. Die Handreichung zum Videodolmetschen in Beratungsstellen ist besonders für Beratungsanbieter*innen im Kontext Migration und Flucht lesenswert.

Team

Konzeption: Cemile Karaman, bridge – Berliner Netzwerke für Bleiberecht beim Migrationsrat Berlin e.V.
Organisation: Cemile Karaman & Marie-Sophie Deuter, bridge – Berliner Netzwerke für Bleiberecht bei der Beauftragten des Berliner Senats für Integration und Migration

Referent*innen

Modul 1: Tobias Stapf, Minor – Projektkontor für Bildung und Forschung gemeinnützige GmbH
Modul 2: Agnieszka Skwarek, Minor – Projektkontor für Bildung und Forschung gemeinnützige GmbH
Modul 3: Birgit Dorninger-Bergner
Modul 4: Birgit Dorninger-Bergner

Moderation: Cemile Karaman, Marie-Sophie Deuter

Dokumentation: Cemile Karaman, Marie-Sophie Deuter

Für Fragen steht Ihnen Cemile Karaman (cemile.karaman [at] migrationsrat.de) gern zur Verfügung.

Die Fortbildungsreihe wurde aus bridge-Mitteln finanziert. Das Projekt bridge wird im Rahmen der ESF-Integrationsrichtlinie Bund, Handlungsschwerpunkt „Integration von Asylbewerber/-innen und Flüchtlingen (IvAF)“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert: