weiß

Im Gegensatz zu den Bezeichnungen Schwarz, Indigen oder Person of Color ist weiß keine Selbstbezeichnung, sondern die Beschreibung einer Realität. Weiß-Sein bedeutet, Privilegien und Macht zu besitzen, wie zum Beispiel das Privileg, sich nicht mit Rassismus auseinanderzusetzen zu müssen. Weiße Menschen haben in Bezug aufs Weiß-Sein leichtere Zugänge zum Arbeitsmarkt, Wohnungsmarkt, zu Gesundheitsversorgung und politischer Teilnahme als BIPoCs. Natürlich gibt es andere Ausschlusskriterien, wie z. B. Klassenzugehörigkeit, die diese Zugänge auch bei weißen Menschen verhindern können. Deutlich wird es z. B., wenn sich Familie Müller und Familie Yilmaz beide für eine Altbauwohnung in Charlottenburg bewerben. Wir können davon ausgehen, dass beide Familien sich die Wohnung leisten können, jedoch Vermieter_innen oft Namen bevorzugen, die als ‘deutscher’ wahrgenommen werden. Weiß-Sein wird als Norm etabliert und als solche nie benannt. Dabei geht es nicht um Hautfarben, sondern politische Begriffe, die den Zugang zu Macht beschreiben.