2. Oktober 2020

Norm

Norm (normativ): Eine Norm ist das, was in der Gesellschaft als selbstverständlich empfunden wird. Wegen dieser Selbstverständlichkeit verspüren wir oft nicht die Notwendigkeit, sie zu benennen, sondern reden eher von den „Abweichungen” der Normen. So wird eher benannt, wenn jemand Schwarz ist, als dass jemand weiß ist, weil weiß als Norm gesetzt ist. Es wird öfter Homosexualität benannt, als Heterosexualität, weil diese als Selbstverständlichkeit wahrgenommen wird.

Normen prägen unsere gesamte Umgebung. Sie treten in Verhaltensmustern und Erwartungen auf, die von außen auferlegt und ständig reproduziert, also wiederholt, werden. Sie beeinflussen Architektur, indem normierte Häuser für Menschen ohne Behinderung gebaut werden. Sie machen es möglich, dass in Medien Weiß-Sein nicht benannt werden muss. Alles ist darauf ausgerichtet, dieser konstruierten, als gemachten, Norm zu entsprechen und sie zu repräsentieren, obwohl diese nicht die Realität der Gesellschaft darstellt. Für viele Menschen ist es eine schmerzhafte Erfahrung die Gesellschaft nicht nach ihren Bedürfnissen ausgerichtet zu wissen.

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