Hautfarbe

An dieser Stelle ein kleiner Exkurs zu Hautfarbe, als einem wichtigen Bestandteil von Rassismus. In der rassistischen Logik funktioniert Hautfarbe als Projektionsfläche für rassistische Vorstellungen. Das bedeutet, dass die Hautfarbe einer Person zu einem Marker wird, der festlegt, ob betreffende Person über mehr, weniger oder gar keine Privilegien in Bezug auf Rassismus verfügt. Die rassistische Logik benutzt seit Beginn der europäischen Kolonialzeit Hautfarbe als Merkmal, um Menschen zu ‚klassifizieren‘ und Ihnen vermeintliche Eigenschaften zu- bzw. abzusprechen.
Diese Unterschiede sind konstruiert, dass heißt sie entsprechen in diesem Fall nicht der Wahrheit, sondern dienen der Aufrechterhaltung eines rassistischen Systems. Denn nur so konnte und kann die Ausbeutung, Misshandlung und Ermordung von Menschen im Kolonialismus gerechtfertigt werden.

Für viele Menschen ist es anfänglich schwer zu verstehen, dass es in der rassistischen Ideologie nicht um Hautfarben im eigentlichen Sinne geht. Betrachten wir jedoch, die Entwicklung von weiß-Sein, wird schnell klar, dass Menschen die heute als weiß gelten dies nicht immer taten. Beispielsweise forderten Hafenarbeiter im New York des 19. Jahrhunderts, ihr Viertel solle weiß bleiben und damit meinten sie neben z. B. Afro-Amerikaner_innen „keine Ir_innen” und „keine Deutschen”.