… und noch mal anders erklärt

ComE In – Community, Empowerment, Intersektional

Unsere Communities empowern

Menschen in unseren →Communities und Familien machen unterschiedliche Erfahrungen und leben nach unterschiedlichen Lebensentwürfen. Wir teilen unseren Wunsch nach gleichen Rechten und Anerkennung in Deutschland. In →Migrant_innenselbstorganisationen finden wir Möglichkeiten zum Austausch mit anderen Menschen. Mit Menschen, die die gleichen Sprachen sprechen und ähnliche Erfahrungen machen. Wir können über die Diskriminierungen, die wir täglich erleben, sprechen und gemeinsam Wege finden wie wir mit diesen Erfahrungen umgehen. Diskriminierungen erleben wir aus unterschiedlichen Gründen: Weil wir →Migrant_innen, Schwarz oder →People of Color sind, weil wir →lesbisch, schwul, bisexuell, Trans* oder Inter* sind. Wir möchten gegen alle diese Diskriminierungen gemeinsam kämpfen, weil sie alle miteinander verbunden sind. Durch unseren Zusammenhalt haben wir eine starke Stimme, um unsere Rechte durchzusetzen.

Warum gibt es das Programm ComE In?

Das Programm ComE In ist ein Programm für und von →Migrant_innenselbstorganisationen in Berlin. Unser gemeinsames Ziel ist es, gegen →Mehrfach-Diskriminierung von lesbischen, schwulen, bisexuellen, Trans*- und Inter*-Menschen zu kämpfen, die Teil unserer Vereine, Communities oder Familien sind. Wir lassen nicht zu, dass Rassismus gegen andere Diskriminierungen ausgespielt wird.

Mit diesem Programm wollen den Zusammenhalt in unseren Communities stärken und uns gegenseitig →empowern.

Glossar

gender* und gender _: Der Stern * zeigt an, dass Geschlecht (Mann/Frau) und alles, was dazu gehört, eine Frage von Gesellschaft ist. Der Stern zeigt damit, etwas gesellschaftlich gemacht ist und mit Zuschreibungen verknüpft wird. Der  _  wird als Lücke verwendet. Diese Lücke lässt Platz für eine Vielfalt von Lebensweisen und Identitäten, die nicht nur das eine oder das andere Geschlecht wählen möchten. Das heißt auch, dass auch andere Menschen nicht für sie entscheiden sollen.

Community: Community kommt aus dem Englischen und bedeutet Gemeinschaft. Dies kann eine Gemeinschaft aufgrund einer gleichen oder ähnlicher Erfahrungen sein. Wir können uns deswegen auch unterschiedlichen Communitities zugehörig fühlen.

Empowerment: Empowerment ist ein englisches Wort. Es bedeutet „sich zu stärken“, es kann auch bedeuten, sich gegenseitig zu stärken. Damit sollen alle dabei unterstützt werden, ihre eigenen Kräfte kennenzulernen und zu nutzen.

Homosexuell/Lesbisch* bezeichnet Frauen*, die sich in Frauen* verlieben/begehren

Homosexuell/Schwul* bezeichnet Männer*, die sich in Männer* verlieben/begehren

Bisexuell beschreibt, wenn sich Frauen* oder Männer in Frauen*, Männer* und Nicht-Binäre Trans*-Menschen verlieben

Trans*-Frau ist eine Frau*, der bei der Geburt das männliche* Geschlecht zugewiesen wurde und die als Frau* lebt

Trans*-Mann ist ein Mann*, dem bei der Geburt das weibliche* Geschlecht zugewiesen wurde und der als Mann* lebt

Trans* Nicht-Binär bedeutet, wenn eine Person sich weder dem einen noch dem anderen Geschlecht zugehörig fühlt – oder beiden, also:

Ein Mensch, der nicht als Frau* und nicht als Mann* lebt

oder

Ein Mensch, der als Mann* und als Frau* lebt

Inter*-Menschen können sich als Männer*, Frauen* oder je nach Kontext anders definieren.

Mehrfach-Diskriminierung (Intersektionalität): Eine Person kann aus verschiedenen Gründen schlechter behandelt werden: Vielleicht wegen ihrem Namen und/oder ihrem Aussehen. Diskriminierung bedeutet, dass Menschen weniger Möglichkeiten haben. Sie werden beleidigt, finden nicht so schnell eine gute Ausbildung oder Arbeit. Bei der Mehrfach-Diskriminierung sind die Diskriminierungen eng miteinander verbunden, passieren gleichzeitig und entwickeln deswegen eine eigene, spezielle, Form des Diskriminiert-Werdens.

Migrant_in: Ein Mensch aus einem anderen Land zieht nach Deutschland, lebt und arbeitet hier.

Migrant_innenselbstorganisation: Migrant_innen gründen einen eigenen Verein zum Austausch und zur gemeinsamen Arbeit mit anderen Menschen, die auch nach Deutschland gekommen sind.

BIPoC ist die Abkürzung von Black, Indigenous, People of Color und bedeutet auf Deutsch Schwarz, Indigen und der Begriff People of Color wird nicht übersetzt.

People of Color verwenden Menschen, die rassistische Diskriminierungen in weißen Mehrheitsgesellschaften erfahren, als gemeinsame politische Selbstbenennung. Die positive Verwendung des Begriffs hat ihren Ursprung in der Black Power-Bewegung in den USA Ende der 1960er Jahre. People of Color wird nicht übersetzt, weil der Begriff sich nicht auf „farbig“ bezieht, sondern auf die Vielfalt unserer Erfahrungen, Biografien und Herkünfte.

Indigen bedeutet so viel wie „in ein Land geboren“. Indigene Personen bezeichnen sich auch häufig als People of Color. Die Selbstbezeichnung Indigen bezeichnet jedoch noch mal speziell die Erfahrung, durch einen rassistischen, also kolonialen, Raub von Land verdrängt zu werden und deswegen bis heute unterdrückt zu werden.

Schwarz ist eine politische Selbstbezeichnung, deswegen wird diese immer groß geschrieben. Sie bezieht sich nicht auf ein Aussehen, sondern auf eine gemeinsame Position in der Gesellschaft und damit auch gemeinsame Erfahrungen.

Alle diese Begriffe sind politische Selbstbezeichnungen. Das bedeutet sie sind aus einem Widerstand entstanden und stehen bis heute für die Kämpfe gegen diese Unterdrückungen und für mehr Gleichberechtigung.

Weitere Informationen sind in dem ausführlichen Glossar zu finden.