Mittwoch, der 10. April 2019

Antidiskriminierungsarbeit muss geschützt und ausgebaut werden!

Pressemitteilung zur Entlassung von Staatssekretär Mark Rackles

Wir, diverse Berliner Antidiskriminierungsprojekte im Bereich Kita, Schule und Erwachsenenbildung, haben mit Erstaunen die Nachricht von der plötzlichen Entlassung von Staatssekretär Mark Rackles (SPD) und der Neubesetzung der Position mit Beate Stoffers (ebenfalls SPD) vernommen.

Zwar können wir nicht nachvollziehen, wie die Entscheidung zum überraschenden Personalwechsel zustande gekommen ist; wir möchten uns aber gerne der Gelegenheit für die Bildungsverwaltung gegenüber offen zeigen, mit personellen Veränderungen auch konzeptionelle Veränderungen in der Berliner Bildungspolitik herbeizuführen.

Meral El, Vorstand und bildungspolitische Sprecherin vom Migrationsrat Berlin, sagt: „Für die Umsetzung einer gerechten Bildung für alle muss die neue Staatssekretärin Beate Stoffers den Ausbau der diskriminierungskritischen Arbeit weiterführen.“

Das bedeutet aus unserer Sicht u. a. die zeitnahe Umsetzung folgender Maßnahmen:

  • Entwicklung und Umsetzung der bereits angekündigten „Gesamtstrategie gegen Diskriminierung“
  • Personelle Verstärkung der Antidiskriminierungsbeauftragten der Bildungsverwaltung
  • Bereitstellung umfangreicher finanzieller Mittel im kommenden Doppelhaushalt für Antidiskriminierungsprojekte im Bildungsbereich

Kompetenzen zur Vermeidung und Bekämpfung von Diskriminierung müssen flächendeckend im Bildungsbereich vorhanden sein. Daher wünschen wir uns insbesondere vertiefende Gespräche um die mögliche Einrichtung einer „Fachstelle für intersektionale Bildung“, deren Fokus die Weiterbildung zum Umgang mit Mehrfachdiskriminierung soll.

Schulungen in den Bereichen LSBTIQ-Feindlichkeit, Rassismus und Kritischem Weißsein sollten als verbindliches Weiter- und Fortbildungsangebot für Schulaufsichten, Schulleitungen, Lehrkräfte eingerichtet werden.

Wir erwarten außerdem, dass Staatssekretärin Stoffers die Notwendigkeit erkennt: Antidiskriminierungsarbeit muss geschützt werden!

Kitas, Schulen und andere Bildungseinrichtungen stehen vor der Herausforderung, allen Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Lernenden ein sicheres Lernumfeld zu bieten – ohne Ausgrenzung und Anfeindung. Diese Herausforderung wird in Zeiten des immer noch andauernden Rechtsrucks in Deutschland und Europa nicht geringer. Daher brauchen wir mehr denn je starken Einsatz für ein inklusives, sicheres, diskriminierungsfreies Bildungssystem!

Wir danken Mark Rackles für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und wünschen ihm alles Gute für die Zukunft.

Kontakt für Rückfragen:
Tuğba Tanyılmaz
Tel.: 030 – 69 53 60 30
gk [æt] migrationsrat.de

Unterzeichnende Antidiskriminierungsprojekte: