3. Februar 2021

Angriff gegen Prof. Maisha Auma weit über Bayreuth hinaus brisant

Seit dem 5. Januar 2021 müssen wir beobachten, wie unsere geschätzte Mitstreiterin und Verbündete Prof. Dr. Maureen Maisha Auma, Professorin für Kindheit und Differenz (Diversity Studies) an der Hochschule Magdeburg-Stendal sowie Gastprofessorin an der TU Berlin, durch die AfD Fraktion Sachsen-Anhalt auf übelste rassistische, sexistische und menschenfeindliche Art attackiert und diskreditiert wird.

Auf wörtliche Zitate verzichten wir an dieser Stelle – die Unterstellungen reichen von Infragestellung von Prof. Aumas Expertise zu strukturellem Rassismus über Vorwürfe des umgekehrten Rassismus bis hin zu menschenverachtenden Hass-Kommentaren von AfD-Anhänger:innen in Sozialen Medien.

Wortführer des Angriffs ist Hans-Thomas Tillschneider, seines Zeichens Abgeordneter im Landtag Sachsen-Anhalts und mehrfach namentlich in einem Gutachten des Verfassungsschutzes von 2019 genannt. Seit Anfang dieses Jahres wird der gesamte Landesverband vom Verfassungsschutz beobachtet, weil es hinreichende Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen gebe.

Dass durch eine rechtsextreme und rassistische Partei derartige Diffamierungen erfolgen, ist aus unserer Sicht zwar belastend, aber wenig überraschend. Umso empörender ist dagegen das erdrückende bundesweite Schweigen der meisten Institutionen aus Lehre und Forschung: Hans-Thomas Tillschneider habilitierte an der Hochschule Bayreuth und gehörte dort zum Lehrpersonal.

Prof‘in Maureen Maisha Auma (Hochschule Magdeburg-Stendal) Foto: Stephan Röhl

Prof. Aumas Forschungsschwerpunkte sind u.a. Diversität in Bildungsmaterialien, Rassismuskritik und Dekolonialisierung. Ihre Beiträge für eine gleichberechtigte Gesellschaft und ihr Engagement gegen Rassismus und Diskriminierung – nicht nur in Wissenschaft und Forschung – sind vielfältig: Prof. Auma ist Autorin mehrerer Fachbücher, Mitbegründerin des Zentrums für Inklusionsforschung, vielgefragte Rednerin auf  akademischen und zivilgesellschaftlichen Veranstaltungen – und nicht zuletzt auch Beiratsmitglied des Berliner Demokratietags 2020.

Wir meinen, es widerspricht jeder wissenschaftlichen Ethik, die Unfähigkeit zu einem aufrichtigen wissenschaftlichen Diskurs durch öffentlich-politische Hassreden und rassistische, sexistische Angriffe auf Repräsentant:innen unliebsamer Diskurspositionen zu kompensieren und sich dabei äußerst reduktionistischer und populistischer Mittel zu bedienen. Umsomehr müssen sich jetzt alle Akademiker:innen bekennen und die rassistischen Angriffe auf Prof. Auma zum Anlass nehmen, unmissverständlich und lautstark Position zu beziehen!

Kontakt für Rückfragen & Interviews:

Ed Greve, Bildungsreferent

E-Mail: ed.greve [at] migrationsrat.de

Telefon/Mobil: 0176 99 11 49 43

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